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Von Äppelwoi, Lumpen mit Fleh und Weckewerk

Die hessischen Spezialitäten klingen wie die französische „haute cuisine“, schmecken wie von Sterneköchen kreiert und sind in jedem Ort zu finden. Waren diese Gaumenfreuden früher in der Regel den Ortsansässigen vorbehalten, so hat sich im Laufe der letzten Jahre ein neues gastronomisches Angebot für jedermann etabliert ... die bäuerliche Gastronomie.

Kennzeichnend für die bäuerliche Gastronomie ist der räumliche Bezug zum bestehenden oder ehemaligen landwirtschaftlichen Betrieb. Mit viel Liebe fürs Detail und in Anlehnung an die ursprüngliche Funktion werden z. B. der ehemalige Stall, eine Scheune oder ein leer stehendes Silo aufwändig restauriert und das gastronomische Angebot in die bestehenden Strukturen integriert. Aus diesem Grund variieren die Räumlichkeiten auch von der Vesperstube über das Blockhauscafé bis zum Bauernhofrestaurant.
So unterschiedlich die Bauernhöfe und Landschaften in Hessen sind, so vielfältig sind auch die Rezepte aus der regionalen Küche. Ihr verbindendes Element sind dabei die regionaltypischen Gerichte sowie die Verwendung regionaler Produkte zur Herstellung ihrer Spezialitäten. Die Produkte stammen dabei sowohl aus dem eigenen landwirtschaftlichen Betrieb, von Direktvermarktern oder den örtlichen Käsereien, Bäckereien und Metzgereien.
Neben den vielfältigen Gerichten sind vor allem die Spezialitäten vor Ort besonders zu empfehlen. So lohnt es sich immer nach frischem Bauernbrot Ausschau zu halten. Auf vielen Höfen und im historischen Backhaus ist es heute noch Tradition am Backtag den selbst angesetzten Sauerteig im Holzofen zu backen.

„In der allergrößten Not schmeckt die Wurst auch ohne Brot.“, weiß der Volksmund zu berichten. Der Nordhesse braucht keine Notsituation, um seine geliebte Wurstspezialität die „Ahle Wurscht“ ohne Brot zu essen. Die Herstellung dieser traditionellen Spezialität gleicht in jedem Ort einer Wissenschaft, die seit Generationen gepflegt wird.
Darüber hinaus finden sich vielerorts noch Käsereien, die aus der Milch von Kuh, Schaf und Ziege ihren hofeigenen Quark, Joghurt, Butter und Käse herstellen. Die Rezepte beruhen oft auf einer langen Familientradition und variieren von Region zu Region.
„Äppelwoi“ ist übrigens der berühmte hessische Apfelwein, der nach dem keltern im Oktober in Holzfässern vergärt wird. Passen tut der Äppelwoi auch zum mittelalterlichen Gericht „Lumpen mit Fleh“, dass aus gerupftem Nudelteig mit Kümmel besteht und zum Schweinebraten gegessen wird. Alternativ kann es natürlich auch eine deftige Portion „Weckewerk“ gegeben. Diese Nordhessische Spezialität wird aus gekochten Schwarten, Gehacktem und Brühe hergestellt, die mit altbackenen Brötchen gestreckt wird. Nachdem mit den verschiedensten Gewürzen abgeschmeckt wurde, wird alles durch den Fleischwolf gedreht und mit Pellkartoffeln serviert.

Informationen unter www.landurlaub-hessen.de und 06631 - 71743

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Aus BaLuH vom 15.01.2010


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